Mit Minos präsentiert Studio Artificer mit Rückendeckung von Devolver Digital ein Roguelite-Spiel, in dem wir in die Rolle des legendären Minotauros schlüpfen. Wir müssen das Labyrinth manipulieren, um uns vor den bösen Eindringlingen zu schützen. Der Mythos aus dem antiken Griechenland wird somit etwas umgedeutet, bei dem der Minotauros eigentlich ein Gefangener und nicht Herr und Gestalter des Labyrinths ist, der zum eigenen Schutz eingesperrt wird. Mit einem Trailer steigen wir in diese umgekehrte Sagenwelt ein:
Die „blutrünstigen“ Abenteurer kommen in Scharen und wollen sich durch Bezwingen des Minotauros einen Namen machen, für Ruhm, Ehre und Gold. In jedem Durchgang, also in jeder neuen Nacht, werden die Karten neu gemischt und neue Feinde strömen an. Das Labyrinth können wir mit Wänden, Toren und Gängen frei gestalten, von ‚clever bis grausam‘. Gewonnen wird beim Tod aller Eindringlinge, denn Überlebende sind nicht erlaubt. Beim Tod des Minotauros behalten wir den Fortschritt und die Upgrades, die Tools werden roguelite-typisch zurückgesetzt.
Im eigentlichen Mythos fragt Minos, Sohn von Zeus und Europa und König von Kreta, den Meeresgott Poseidon um ein Zeichen seiner Legitimität. Dieser Antwortet mit einem Geschenk, einem weißen Stier, mit der Bedingung, dass Minos diesen opfert. Der König bricht sein Versprechen und behält den Stier jedoch. Als Strafe verflucht Poseidon Minos Frau Pasiphae, die sich dadurch zum Stier hingezogen fühlt und schließlich ein Kind von dem Stier empfängt, der Minotauros, halb Mensch, halb Stier.
Weil der Minotauros wild und unkontrollierbar ist und Menschen frisst, beauftragt Minos den Erfinder und Baumeister Daidalos ein Labyrinth zu bauen, um das Wesen einzusperren. Niemand, der dort hineingeht, findet wieder heraus. Nach einem Krieg muss Athen regelmäßig sieben junge Frauen und sieben junge Männer als Opfer für den Minotauros nach Kreta schicken. Theseus, Prinz von Athen, will seine Stadt retten und beschließt sich freiwillig aufzumachen, um das Monster zu töten. Ariadne, die Tochter von König Minos und Halbschwester des Minotauros, verliebt sich in Theseus und gibt ihm den berühmten Ariadnefaden, damit er den Weg aus dem Labyrinth wiederfindet. Theseus bezwingt schließlich den Minotauros und findet dank des Fadens sogar aus dem Labyrinth heraus und geht somit als sagenhafter Held in die Geschichte des antiken Griechenlands ein. Daidalos, welcher Ariadne den Tipp mit dem Faden gegeben haben soll, wird zur Strafe mit seinem Sohn Icarus in das Labyrinth eingesperrt.


Der Minotauros‑Mythos gehört zu den ältesten griechischen Sagen, geht vermutlich auf die minoischen Kultur Kretas mit seinem Stierkult zurück und wurde in der Regel mündlich weitererzählt. Verortet wurde der mythologische Herrschaftssitz von König Minos im Palast von Knossos der wegen seiner verwinkelten Bauweise die Vorstellung eines Labyrinths inspirierte. In Assassin’s Creed Odyssey treffen wir deswegen dort auf den Minotauros.

Wann genau der Mythos entstand lässt sich nicht datieren, es kann jedoch eingegrenzt werden, dass die Erzählung in der archaischen Zeit, also zwischen dem 8.–6. Jh. v. Chr. zum Teil der griechischen Sagen wurde. In der Zeit um 550 vor Christus findet sich der Minotauros vermehrt auf attischen Vasen. Literarisch wurden Theseus‑Erzählungen etwas später von Bacchylides festgehalten. Systematisch aufgeschrieben wurde er etwa von Plutarch (Theseus) und in der Bibliotheke des Apollodor im 1. und 2. Jahrhundert nach Christus sowie in der römischen Welt durch Ovids Metamorphosen popularisiert.
Quellen: Steam, Bild: Steam, WikiCommons: [1] und [2]
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