In Ritus Exorcismus greifen wir als Exorzist im Mittelalter zu Kreuz und Weihwasser und vertreiben Dämonen. In Form von Pixel-Art geht es ganz schön brutal zu:
So reisen wir pro Kapitel in ein anderes Dorf und gehen unseren Pflichten als von der Kirche ausgebildeter Exorzist nach. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Reliquien: Kruzifix, geweihte Kerzen, Weihwasser, Salböl, Weihrauch und Salz. Im Trailer ist zum Beispiel das „Kreuz der Heiligen Barbara“ zu sehen, das mit Haaren der Heiligen bestückt ist. Auch in der echten Welt werden Haare von Heiligen durchaus als Heiligtum verehrt und ausgestellt, wie beispielsweise im Falle von der heiligen Thérèse von Lisieux. Eine andere besondere Reliquie im Spiel ist „Öl, das mit der gesegneten Zunge von Mathias versetzt wurde“.

Ein zentrales Gameplay-Element nimmt ein Buch ein, in dem alle nötigen Informationen über die Dämonen und ihre Symbole zu finden sind. Mit dem entsprechenden Symbol in Verbindung mit der korrekten Reliquie können wir den Angriff des Dämons in Form eines Minigames erwidern. Als hätten wir mit den Besessenen nicht genug Arbeit, machen uns die Dämonen auch in Tieren und der Umgebung das Leben schwer. Verschnaufen können wir lediglich in der Abtei, wo die bösen Geister sich nicht hin trauen. Das Ende des Spiels ist abhängig davon, wie viele der besessenen Seelen wir retten konnten.
Exorzismus ist vielen nur aus Filmen ein Begriff, doch dies ist bis heute noch Praktik etwa in der orthodoxen und katholischen Kirche. Vor allem bei den Katholiken ist dies zentral reguliert und darf nur von speziell ausgebildeten Priestern durchgeführt werden. Viele der im Spiel gezeigten Reliquien gelten dabei tatsächlich als „Werkzeuge“.
Die Exorzismus‑Rituale sind in einem Werk mit dem Titel Rituale Romanum festgehalten, welches 1614 unter Papst Paul V. seinen Ursprung hat und zuletzt 1999 überarbeitet wurde. Zu finden sind dort neben liturgische Texten zur Taufe, Eheschließung und Krankensalbung auch wie im Spiel Anweisungen zum Exorzismus, mit Gebeten und Beschreibungen von Dämonen.
Wie ein exorzistisches Gebet beispielsweise klingt, erfahren wir im Aufsatz „Teufel, Taufe und Befreiungsgebet in der Katholischen Kirche“ von Hermann Kügler:
„[…] Ich beschwöre dich, alte Schlange, bei dem Richter über die Lebendigen und die Toten, bei deinem Schöpfer, … welcher die Macht hat, dich in die Hölle zu schicken: Weiche von diesem Diener/dieser Dienerin Gottes, der/die seine/ihre Zuflucht nimmt in den Schoß der Kirche, weiche eiligst mit Furcht samt deinem rasenden Anhang … Ich beschwöre dich also, ruchloser Drache, im Namen des unbefleckten Lammes, das über Schlangen schritt und Nattern, das den Löwen zertrat und den Drachen: Weiche von diesem Menschen, weiche von der Gemeinde Gottes, erzittere und flieh! … Gefährlich ist es für dich, Widerstand zu leisten, gefährlich ist es für dich, wider den Stachel zu löcken, denn je mehr du dir Zeit lässt, um auszufahren, desto größer wird deine Strafe …“
Wie so ein Exorzismus in früheren Jahrhunderten aussah, können wir uns anhand folgender verstörender Bilder vorstellen:


Quelle: Steam, Bild: Trailer und WikiCommons: [1] und [2]
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