DUNG HO! – WISSENSCHAFTLICH KORREKTES MIST-ROLLEN

Spotlight

Wer schon immer einmal als Käfer Dung rollen wollte, hat nun in Dung Ho! von Studio Lesser Weevil Gelegenheit dazu. Noch besser: Dieser Fantasie lässt sich sogar im Koop mit bis zu sechs Käfer-Freunden nachgehen. Keep rolling, baby:

Storymäßig ist damit schon so gut wie alles gesagt. Wir rollen einen Ball Dung – Mist von Tieren – quer durch die Wildnis von Afrika, beschützen ihn mit unserem Leben und bringen die Beute nach Hause. Dabei stellen wir uns „riesigen Ungeheuern, winzigen Stöckchen, gewaltigen Abgründen, die ganze 30 Zentimeter tief sind, und – das Schlimmste von allem – Freunden mit Ideen“. Die Aufgabe von Gaming Odyssee ist es nun, den biologischen Hintergrund des „wissenschaftlich mehr oder weniger korrekten Koop-Physikspieles“ zu klären.

Dung dient vielen Arten als Nahrung für die erwachsenen Käfer, als Brutkammer für die sich entwickelnden Larven und Feuchtigkeitsspeicher. Wem die Kugel also abhandenkommt, verliert seine Chance auf Fortpflanzung. Andere Käfer sind durchaus darauf bedacht, die Beute zu stehlen.

Damit die Kugel geschmeidig rollt, fügen Dungkäfer frisches Material hinzu, manche Arten nutzen sogar ihren Speichel, um die Kugel zu stabilisieren. Gerollt wird in der Regel rückwärts mit dem Kopf nach unten, was in der hier verlinkten Studie bestaunt werden kann. Der aufrechte Gang der Dung Ho!-Käfer muss daher als kreative künstlerische Freiheit verbucht werden.

Zu Navigation orientieren sich Dungkäfer mitunter am Licht des Mondes, der Sonne und von Sternen und einige Arten sogar an der Milchstraße. Die fleißigen Krabbler lassen sich somit getrost als Meister der Orientierung bezeichnen.

Während in Europa vorkommenden Arten wie der Gemeine Dungkäfer (Aphodius fimetarius), der Gemeine Dungkugelkäfer (Sphaeridium scarabaeoides) oder die meisten der weltweit vorkommenden Aphodiinae im Dung leben, rollen diese trotz Andeutungen im Namen nicht die charakteristischen Kugeln. In Europa wird dieses Verhalten etwa von dem Heiligen Pillendreher (Scarabaeus sacer) gezeigt, der im Alten Ägypten sogar verehrt wurde. In Afrika sind es vor allem die Scarabaeidae, die den Dung handhaben, womit wir das reale Äquivalent für die Protagonisten im Spiel ausfindig gemacht haben dürften.

Wissenschaftlich korrekt ist Dung Ho! beispielsweise damit, dass es in der Natur tatsächlich Arten gibt, die miteinander kooperieren. Als Beispiel kann hier der „Sisyphus-Käfer“ herangezogen werden, welche als Team aus Männchen und Weibchen oder in kleinen Gruppen Dung rollen.

Quellen: Steam, ScienceDirect, Bild: Trailer und Wikipedia


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